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Häufige Sportverletzungen des Kniegelenkes
Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Bis zu eineinhalb Tonnen Last vermag es kurzfristig zu tragen, millionenfach beugt und streckt es sich im Laufe eines Lebens.
Zugleich ist es vom Bewegungsablauf auch unser kompliziertestes Gelenk.
Die großen Krafteinwirkungen, die beim Sport noch beschleunigt wirken, stellen ein hohes Verletzungsrisiko für den Bänder- und Halteapparat dar.
Eine „unfreiwillige“ Beugung und Außendrehung bei feststehendem Unterschenkel – typische Verletzung beim Skifahren oder Fußball- verursachen einen Riß des vorderen Kreuzbandes. Ein starker Schmerz mit anschließendem Gelenkerguß ( blutig ) und Instabilität bei gebeugtem und vollständig gestrecktem Knie stellen sich ein. Die Folge ist eine Entgleisung des Roll-Gleitmechanismus und zunehmender Verschleiß von Knorpel und Meniskus, wenn die Verletzung nicht behoben wird.
Zur Diagnosesicherung dient die manuelle Untersuchung,  Röntgen, eine Kniepunktion und die Kernspintomographie.
Die Therapie der vorderen Kreuzbandruptur orientiert sich an den individuellen Gegebenheiten und den Ansprüchen des Patienten. Ein Leistungssportler will möglichst schnell wieder eine starke Belastbarkeit seines Kniegelenkes wollen.
Der ältere „Schachspieler“ wird darauf eher verzichten können und somit ohne Operation glücklich werden.
Bei der konservativen Behandlung wird – nach abklingen der akuten Schmerzen – eine Kunststoffschiene angepasst und durch gezielte Krankengymnastik die Beinmuskulatur auftrainiert. Insbesondere die Beugemuskeln am hinteren Oberschenkel können die Funktion des vorderen Kreuzbandes übernehmen. Dieses Training muß jedoch lebenslang selbständig durchgeführt werden.
Die Operation ist eine sog. vordere Kreuzbandplastik. Dabei wird ein Stück körpereigene Sehne ( Semitendinosus oder Patellasehne ) als Ersatz in das Knie eingesetzt. Der Eingriff wird mit aufwendigem Instrumentarium „arthroskopisch“ durchgeführt. Durch dieses minimalinvasive Operationsverfahren enstehen keine großen Narben im Gelenk und der Haut. Eine spezielle Nachbehandlung sichert ein gutes Ergebnis.

Oft ist eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes mit einem Meniskusriß kombiniert. Ein Meniskusriss ist eine Verletzung von einer der beiden Knorpelscheiben, die sich zwischen den Oberschenkelrollen und dem Schienbeinknochen befinden. Der Verletzungsmechanismus ist ähnlich; Drehung im Knie bei fixiertem Fuß.
Da die Menisken neben der Stabilisierung auch die gleichmäßige Druckverteilung auf den Knorpel übernehmen, führt eine nichtbehandelte Verletzung immer zu einer sog.  „Früharthrose“. Um diese zu vermeiden, ist eine „arthroskopische“ Operation erforderlich. Die Nachbehandlung ist verhältnismäßig kurz, am Tage nach der Operation kann bereits mit Teilbelastung begonnen werden, nach ca. einer Woche können Gehhilfen fortgelassen werden. Das Gelenk ist dann für alltägliche Belastungen geeignet. Beinbelastende Sportarten – wie Fußball oder Tennis - sollten etwa sechs Wochen nicht ausgeübt werden.

Bei der typischen Kniescheibenluxation springt die Kniescheibe aus der vorgesehen Gleitbahn nach außen heraus. Es kommt häufig zu Verletzungen von Bändern, dem inneren Halteapparat der Kniescheibe, Knorpel und Knochen. Jede Kniescheibenverrenkung ist eine schwerwiegende Verletzung, die häufig – bei Nichtbehandlung –mit Dauerschäden einhergeht.

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Meist sind angeborene Veränderungen wie vermehrtes X-Bein oder eine fehlerhaft angelegte Kniescheibe die Ursache für eine Kniescheibenverrenkung.
Die Kniescheibe liegt seitlich neben dem Kniegelenk und ist durch Streckung des Verletzten oft schon „spontan“ und sehr schmerzhaft wieder reponiert worden.
Wegen der Begleitverletzungen und der Wiederholungsgefahr ist eine genaue Abklärung und konsequente Therapie erforderlich.
Da bei jeder Verrenkung wertvolle Knorpelmasse verloren geht, ist das Ziel der Therapie die dauerhafte Zentrierung der Kniescheibe im Gleitlager.
Bei der wiederholten Kniescheibenverrenkung sollte eine operative Korrektur des Kniescheibenverlaufes durchgeführt werden.

Eine seltene Verletzung des Kniegelenkes ist der Kniescheibenbruch. In den meisten Fällen ist ein Sturz auf das gebeugte Knie die Ursache. Durch die Gewalt des Aufpralls zerbricht die Kniescheibe in zwei oder mehrere Teile.
Nur Ausnahmen und lediglich Längsbrüche sowie unverschobene Brüche können mit einer sog. Knieorthese behandelt werden.
Alle anderen Bruchformen müssen operiert werden. Eine Osteosynthese durch Cerclagen oder Verschraubung stellt die Bruchenden wieder voreinander und fixiert sie.
Insbesondere bei Trümmerbrüchen sind  dauerhafte Beschwerden in der Hälfte der Fälle leider nicht vermeidbar.

Bei belastungsabhängigen Knieschmerzen und Ruheschmerz nach dem Sport hilft es nicht „auf die Zähne zu beißen“. Sie fördern dadurch nur die Arthrosebildung, die Ihnen dann nicht nur Ihren Sport vergrault sondern auch den Alltag.