Sportmedizin Teil II
Sportarten und Ihre spezifische Verletzungen |
Schwimmen …ist nach dem Wandern die zweitbeliebteste Sportart der Deutschen. Es schont die Gelenke, da man im Wasser nur ein zehntel seines Körpergewichtes erreicht und somit besonders bei Knie- und Rückenschmerzen angewandt wird. Bei Übergewichtigkeit ist Schwimmen ein optimaler Sport, um Gewicht zu reduzieren und Ausdauersport zu betreiben ohne die Gelenke zu überlasten. Schwimmen trainiert jeden Muskel und das Herz-Kreislauf-System wird optimiert. Achten Sie auf die richtige Temperatur des Wassers! Wenn Sie sich ständig bewegen – also sportlich Schwimmen kann das Wasser eher etwas kühler sein. Legen Sie häufiger Pausen ein – etwa bei der Wassergymnastik – besteht die Gefahr der Unterkühlung. Daher entweder zwischendurch das Becken verlassen oder eine Becken mit höherer Temperatur wählen. Die Temperatur im Wettkampfbecken beträgt ca. 27 Grad. Treten während oder nach dem Schwimmen Rückenschmerzen auf, dann liegt es häufig daran, das beim Brustschwimmen Kopf und Nacken zu sehr aus dem Wasser gehalten werden und dadurch ein Hohlkreuz eingehalten wird. In diesem Falle entweder mit einer Schwimmbrille schwimmen, um den Kopf auch in das Wasser zu nehmen oder häufiger zu Rücken- bzw. Kraulschwimmen wechseln. Bei Krämpfen möglichst den Muskel dehnen, dann in Rückenlage langsam zum Ufer schwimmen.
Walking / Nordic Walking ...gehören in den Bereich Ausdauersportarten und sind für nahezu Alle geeignet, die ihr Herz-Kreislauf-System trainieren möchten. Ebenso ist es ein idealer Einstiegssport, wenn man jahrelang nicht mehr aktiv war. Der Hauptunterschied dieser beiden Sportarten liegt in der Benutzung der Stöcke. Diese sollten etwa eine Länge von: Körpergröße mal 0,7 haben. Der richtige Schuh ist ansonsten das Hauptutensil. Wie bei allen beinbelastenden Sportarten, sind auch beim Walking/Nordic Walking die Aufwärmphase und die Abkühlphase sehr wichtig. Dazu eignen sich Dehnübungen und lockeres Gehen besonders. Zur Erstbehandlung bei Verletzungen sollten Sie in Ihrem Rucksack einen Wundverband und elastische Wickeln mitführen, um eine Hautverletzung oder Verrenkung selbst zu behandeln.
Golf Während einer Golfrunde von 18 Loch legt der Spieler eine Wegstrecke von 10 bis 12 km zurück. Der Kalorienverbrauch während eines fünfstündigen Turniers wird auf ca. 1.500 kcal geschätzt. Ein Trainingseffekt, der sich günstig auf das Herzkreislaufsystem auswirkt, wird ab einer Energieverbrennung von mehr als 2.000 kcal / Woche erreicht. Hierfür müssen also mindestens 27 Loch pro Woche gespielt werden. Mehrere Studien haben belegt, dass sich ein bestehender Bluthochdruck bessert, das Herzinfarktrisiko und die Blutfette sinken.
Durch die kurzfristig hohen Spitzenbelastungen während der Schlagbewegung kommt es zu starken Belastungen auf den Gelenk- und Bewegungsapparat. Gefährdet sind insbesondere die Wirbelsäule, Schulterpartie, Ellenbogen, Knie- und oberes Sprunggelenk. Akute und direkte Verletzungen sind, dank der sehr disziplinierten Spielweise aller Spieler sehr selten. Der größte Teil aller Verletzungen beim Golf entstehen in der Regel langsam, neigen jedoch daher auch zur Chronifizierung. Das heißt, die Selbstheilungskräfte des Körpers sind überfordert und professionelle Hilfe ist erforderlich.
Tennis Eine der beliebtesten Ballsportarten in Europa mit großem „Spassfaktor“ ist leider auch ein verletzungsgefährdeter Sport. Insbesondere Festplätze – ohne rutschfähiges Granulat – führen zu starken Belastungen des Bandapparates und des Knorpels aller Gelenke der unteren Extremität. Auf Asche wird jedes Stoppen zu einer gleitenden/rutschenden Ausklang der Bewegung, während auf festem Untergrund die Vorbewegung abrupt gestoppt wird. Besonders Knie- und Sprunggelenke werden hierbei stark belastet. Des weiteren werden die Schulterpartie, sowie die Ellenbogengelenke erheblicher Belastung ausgesetzt. Den sog. Tennisellenbogen ( = Epicondylitis radialis humeri ) hat Jeder zumindest schon einmal bei Mitspielern gesehen. Es handelt sich hier um eine Entzündung der Muskel- und Sehnenansätze am Ellenbogen, die durch Überbelastung der Unterarmmuskulatur hervorgerufen wird. Die richtige Bespannung des Schlägers kann diese Schmerzen vermeiden helfen. Besteht jedoch eine Epicondylitis wird sie meist nicht von allein ausheilen, sondern chronisch werden, wenn sie nicht richtig behandelt wird Bei Verschleiß oder Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule sind abfedernde Schuhe sowie rutschfähiges Granulat unabwendbar. Auch damit ist immer noch Vorsicht geboten. Bei immer wieder auftretenden Schmerzen nach dem Spiel fragen Sie Ihren Trainer und/oder Sportmediziner.
Egal, für welche Sportart Sie sich entscheiden, die Freude und der Spaß an der Bewegung sind das „Gesündeste“. |
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